Wer eine Asiatische Hornisse oder ein Nest entdeckt, meldet den Fund mit dem Handy – in unter einer Minute, ohne Konto. Locktöpfe in der Umgebung zeigen, wohin die Tiere zurückfliegen. Der Imkerverein vor Ort sieht beides an einer Stelle und organisiert die Bekämpfung gemeinsam – und hat am Ende der Saison schwarz auf weiß, wie die Lage in der Region war und was der Verein geleistet hat.
Ein durchschnittliches Nest der Asiatischen Hornisse verzehrt rund 11 kg Insekten und Spinnen pro Saison – in der Größenordnung von über 90.000 bienengroßen Beutetieren. Große Nester erreichen etwa das Doppelte.
Es trifft nicht nur Honigbienen. Eine DNA-Analyse von über 1.500 Hornissen wies Spuren von 1.449 Arten nach; von den 50 häufigsten waren 43 Blütenbesucher und Bestäuber – Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen.
Deshalb zählt, wie schnell ein Nest gefunden wird. Nicht ob.
Quellen: Rome et al. 2021 (16 Nester über drei Jahre) · Pedersen et al. 2025
DIE WEGE
Drei Wege, auf denen ein Nest gefunden wird
Manchmal hängt das Nest sichtbar im Baum. Meistens führen erst viele Einzelsichtungen oder ein Locktopf auf die Spur. Alle drei Wege münden in denselben Ablauf.
Viele Einzelsichtungen
Jemand sieht eine Hornisse.
Foto machen, Standort bestätigen, abschicken – mit HornetLog in unter einer Minute, ohne Konto.
Viele Meldungen ergeben ein Lagebild.
Hivora sammelt die Sichtungen der Region auf einer Karte, verdichtet sie zur Heatmap und errechnet daraus per KI die Bereiche, in denen sich die Suche lohnt.
Locktöpfe & Triangulation
In der Umgebung werden Locktöpfe als Beobachtungspunkte aufgestellt.
Ein Kamera-Modul rüstet den klassischen Dochttopf nach: Hivora Sense erkennt direkt am Topf, was dort anfliegt.
Der Rückflug verrät, wo das Nest steht.
Eine markierte Hornisse fliegt zum Nest und kommt zurück. Abflugrichtung und Rückkehrzeit grenzen ein, wo es steht – die bekannte Triangulation. Hivora Sense schreibt beides mit, damit niemand stundenlang am Topf ausharren muss.
Das Nest direkt entdeckt
Jemand entdeckt das Nest.
Im Baum, unterm Dachvorsprung, in der Hecke. Locktöpfe braucht es dann nicht – das Nest kann sofort gemeldet werden.
Ab hier laufen alle Fäden zusammen
1
Das Nest wird gemeldet.
Egal, auf welchem Weg es gefunden wurde: gemeldet wird über die App oder das Meldeformular auf der Vereinsseite. Die Meldung landet im gemeinsamen Bestand der Region.
2
Jemand übernimmt die Meldung.
Ein Imker aus der Region nimmt sie an – für alle anderen sichtbar, damit nicht zwei Leute zur selben Adresse fahren.
3
Die Nestentfernung wird dokumentiert.
Wann, von wem, mit welchem Ergebnis. Nachvollziehbar, auch ein Jahr später.
FÜR VEREINE, ORTSGRUPPEN UND KREISVERBÄNDE
Die Meldungen kommen bei euch an.
Wer in eurem Kreis ein Nest im Garten hat, sucht nicht nach Hivora. Er sucht nach jemandem, der hilft. Über HornetLog findet er euch.
Ihr baut euer eigenes Meldeformular und bindet es auf eurer Vereinsseite ein. Was darüber hereinkommt, liegt nicht in einem privaten Postfach, sondern für alle sichtbar im gemeinsamen Bestand der Region.
Was das ändert
Die Arbeit hängt nicht mehr an den zwei Leuten, die immer alles machen. Wer eine Meldung übernimmt, ist für die anderen sichtbar. Und wenn jemand im Winter fragt, was letzte Saison passiert ist, steht es da.
FÜR LOCKTOPF-BETREIBER
Der Topf sagt dir, wo du suchen musst.
Ein Hivora Sense ist ein Kamera-Modul für den klassischen Dochttopf. Es erkennt direkt auf dem Gerät, was ankommt, und schreibt mit – auch ohne Internet.
Für dich heißt das: Du musst nicht mehr täglich zu zwölf Töpfen fahren, um zu sehen, ob etwas los war.
Was du brauchst
Ein Board für rund 12–25 €, ein USB-C-Kabel, eine microSD-Karte und einen Urinbecher aus der Apotheke. Zusammen 30–40 €. Gelötet wird nicht. Den Strom liefert eine Powerbank oder eine Steckdose am Stand. Das Gehäuse kommt aus dem 3D-Drucker – die Dateien sind frei, und wer keinen Drucker hat, kommt über einen Makerspace oder den Verein an einen. Die Software spielst du direkt aus dem Browser auf, ohne Programmieren.
Ehrlich dazugesagt
Den Topf baust du zurzeit selbst zusammen – ein fertiges Gerät zum Kaufen gibt es noch nicht. Und die Erkennung wird laufend besser: Sie gibt dir einen Hinweis, keine Bestimmung.
„Hivora Sense nimmt uns bei der Vespa-velutina-Suche eine Menge Fleißarbeit ab. Früher musste man die Locktöpfe regelmäßig anfahren und teils lange beobachten, oft ohne Ergebnis. Jetzt dokumentiert das Kameramodul selbstständig, was am Topf passiert. Dadurch können wir die Bilder zentral auswerten und wissen deutlich besser, wie die aktuelle Lage ist.“
FÜR ALLE, DIE ETWAS GESEHEN HABEN
Hornisse gesehen?
Foto machen, Standort bestätigen, abschicken. Ohne Konto, in unter einer Minute. Wenn in deinem Kreis ein Verein mitmacht, landet deine Meldung direkt dort.
DREI BAUSTEINE
Eine App. Ein Beobachtungs-Locktopf. Eine Plattform.
Hivora besteht aus drei Bausteinen, die ineinandergreifen – jeder ist auch einzeln nutzbar.
Eine Entscheidung, eine ganze Region – die Mitgliedsvereine kommen mit. Sagt uns, wie viele Vereine dazugehören, dann richten wir das gemeinsam ein.
Woran wir arbeiten
Hivora Sense beobachtet. Es fängt nichts und tötet nichts.
Der Unterstützer-Beitrag finanziert die Weiterentwicklung der Erkennungsmodelle. Das Ziel dahinter: zwischen der Asiatischen Hornisse und heimischen Arten so sicher zu unterscheiden, dass Beifang vermeidbar wird. Genau das ist die Hauptkritik an heutigen Fallen – und die Voraussetzung dafür, eine selektive überhaupt bauen zu können.
Heute sammeln wir dafür Daten. Mehr nicht. Es gibt keinen Termin, keine Vorbestellung und keine zugesagte Hardware. Ein Abo ist eine Unterstützung, keine Beteiligung.
Häufige Fragen
Fragen zu Hivora
Was ist Hivora?
Hivora ist ein System aus Werkzeugen zur Koordination, Nest-Dokumentation und Nestentfernung rund um die Asiatische Hornisse (Vespa velutina). Es besteht aus der HornetLog App zum Melden, den digitalen Beobachtungs-Locktöpfen Hivora Sense und einer Plattform, auf der Vereine, Verbände und Organisationen den gemeinsamen Bestand der Region organisieren.
Was ist HornetLog?
HornetLog ist die kostenlose App im Hivora-System. Damit meldest du eine Asiatische Hornisse (Vespa velutina) in Sekunden mit Foto und Fundort – die erste Meldung ganz ohne Konto. Im Feld koppelt die App zusätzlich die Hivora Sense Locktöpfe und holt deren Aufnahmen ab.
Was ist Hivora Sense?
Hivora Sense ist ein digitaler Beobachtungs-Locktopf: ein Kamera-Modul mit lokaler KI, das den klassischen Dochttopf erweitert und die Aktivität der Asiatischen Hornisse am Locktopf autark erkennt und dokumentiert. Die Auswertung läuft direkt auf dem Gerät, die Aufnahmen werden per HornetLog App synchronisiert.
Was ist der Unterschied zwischen Hivora, HornetLog und Hivora Sense?
Hivora ist das Gesamtsystem und die Plattform für den gemeinsamen Bestand der Region. HornetLog ist die App zum Melden und für die Arbeit im Feld. Hivora Sense ist der digitale Beobachtungs-Locktopf für die Dauerbeobachtung. App, Locktopf und Plattform greifen ineinander, lassen sich aber auch einzeln nutzen.
Können über Hivora Nester gemeldet werden?
Ja. Neben Sichtungen lassen sich auch Nester melden – über die HornetLog App oder über Meldeformulare, die Vereine und Verbände auf ihrer eigenen Website einbinden. Nestmeldungen laufen strukturiert in der Plattform zusammen, wo teilnehmende Vereine sie übernehmen und weitere Schritte koordinieren können.
Können Vereine eigene Meldeformulare einbinden?
Ja. Vereine und Organisationen können Hivora-Meldeformulare als Webcomponent per JavaScript auf ihrer eigenen Website einbinden. Sichtungen und Nestmeldungen laufen von dort direkt als Tickets in die Plattform – gemeinsam mit App-Meldungen und Locktopf-Erkennungen.
Können Meldungen exportiert werden?
Ja. Sichtungen und Nestmeldungen lassen sich exportieren – zur Dokumentation, Auswertung und Weitergabe, etwa als Grundlage für offizielle Meldewege. So bleiben die erfassten Daten nutzbar, statt in einzelnen Postfächern zu verschwinden.
Zeigt Hivora teilnehmende Organisationen an?
Ja. Teilnehmende Vereine und Organisationen können regional sichtbar gemacht werden, damit erkennbar wird, wo bereits Aktivitäten laufen. Eine Teilnahme bedeutet nicht automatisch eine offizielle Zuständigkeit – sie macht Engagement sichtbar und erleichtert die Koordination.
Funktioniert Hivora Sense ohne Internet?
Ja. Die KI-Auswertung läuft direkt auf dem Gerät, dadurch arbeitet Hivora Sense komplett offline. Die Aufnahmen werden später per HornetLog App synchronisiert – wahlweise über WLAN oder offline über SD-Karte.
Ist Hivora Sense eine Falle?
Nein. Hivora Sense ist ein Beobachtungs-Locktopf: ein Kamera-Modul, das dokumentiert, was am Topf ankommt. Es fängt und tötet keine Tiere. Woran wir arbeiten, ist etwas anderes – ein eigenes, künftiges Gerät, das über die Erkennung selektiv auslösen könnte, um Beifang zu vermeiden. Davon sammeln wir heute erst die Daten. Hivora Sense bleibt ein Beobachtungsgerät.
Kann Hivora Sense markierte Hornissen beobachten?
Hivora Sense dokumentiert die Aktivität am Locktopf und kann so helfen, wiederkehrende Tiere zu beobachten – etwa markierte Hornissen und ihre Rückkehr zum Locktopf. Das liefert Hinweise für die weitere Beobachtung, ersetzt aber keine fachliche Bewertung.
Ist Hivora ein offizielles Meldesystem?
Hivora ist eine unabhängige Plattform, die das strukturierte Erfassen, Koordinieren und Auswerten unterstützt. Sie ist nicht überall ein offizielles Meldesystem. Erfasste Sichtungen und Nestmeldungen lassen sich aber exportieren und für offizielle Meldewege aufbereiten.
KONTAKT
Verein, Verband oder Organisation? Sprechen wir.
Wir zeigen dir in einer kurzen Demo, wie Hivora zu deinen Abläufen passt.
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